Entdeckerkiste Kids

Experimente · Herbst

Schwimmt die Kastanie? Ein Herbstexperiment mit Kindern

Eine Kastanie, ein Blatt und eine Schüssel Wasser: Mehr braucht es kaum für einen kleinen Forschernachmittag. Hier findet ihr vier bebilderte Schritte, mit denen ihr gemeinsam herausfindet, welche Herbstschätze schwimmen, welche sinken und was sich nach einer Weile verändert.

Eine Kinderhand hält eine Kastanie über eine Wasserschüssel mit Herbstblatt, Zweig und Steinen
Idee und Bild: Entdeckerkiste Kids

Herbstschätze statt Einkaufsliste

Das habt ihr vielleicht schon zu Hause

Gemeinsam ab etwa 3Mit erwachsener Begleitung
5 MinutenVorbereitung ohne Sammeln
15–20 MinutenZum Ausprobieren und Staunen

Eine durchsichtige, möglichst bruchsichere Schüssel

So könnt ihr die Fundstücke von oben und von der Seite beobachten.

Leitungswasser

Füllt die Schüssel etwa zur Hälfte. Das Wasser bleibt ungefärbt.

Ein paar Herbstblätter und kleine Zweige

Nehmt saubere Fundstücke ohne scharfe Enden.

Kastanien, Eicheln und einen Zapfen

Wenige unterschiedliche Stücke reichen für den ersten Versuch.

Zwei oder drei kleine, glatte Steine

Spült sichtbare Erde vorher kurz ab.

Ein Handtuch und nach Wunsch Papier

Das Handtuch fängt Tropfen auf. Auf Papier könnt ihr eure Vermutungen festhalten.

Ihr müsst nicht erst alles sammeln. Mit einem Blatt, einem Zweig und einem Stein könnt ihr schon loslegen. Vielleicht liegt die passende Kastanie noch in der Jackentasche vom letzten Spaziergang.

Schritt für Schritt

Was schwimmt, was sinkt? So geht euer Herbstexperiment

Du musst die Antworten nicht vorher kennen. Ein „Ich bin gespannt, was passiert“ reicht völlig. Gerade die Überraschungen machen den Versuch schön.

Kastanien, Eicheln, Blätter, Zweige, ein Zapfen und Steine liegen neben einer Schüssel mit Wasser
Herbstschätze bereitlegen

Schritt 1 von 4

Herbstschätze bereitlegen

Legt eure Fundstücke auf das Handtuch und schaut sie euch in Ruhe an. Was fühlt sich glatt an, was rau? Was ist trocken, was vielleicht noch feucht?

Stellt die Schüssel kippsicher auf den Tisch und füllt sie etwa zur Hälfte mit Wasser. Haltet das Handtuch daneben bereit. Für den Anfang genügen fünf oder sechs verschiedene Fundstücke.

Kinder können die Fundstücke sortieren und auswählen, welches zuerst an die Reihe kommt.

Zwei Kinderhände vergleichen einen kleinen Stein und einen kurzen Zweig vor der Wasserschüssel
Erst vermuten, dann ausprobieren

Schritt 2 von 4

Erst vermuten, dann ausprobieren

Nehmt euch ein Fundstück nach dem anderen vor. Frag dein Kind: „Bleibt das oben oder geht es bis nach unten?“ Lasst es ruhig kurz erklären, warum es das glaubt.

Wenn ihr mögt, zeichnet ihr auf einem Blatt zwei Schüsseln: eine mit einem Punkt an der Oberfläche und eine mit einem Punkt am Boden. Legt die Fundstücke zu der Vermutung, die ihr habt. Lesen oder Schreiben muss dafür niemand können.

Es gibt keine falsche Vermutung. Erst der Versuch zeigt, was mit genau eurem Fundstück passiert.

Eine Kinderhand legt ein Herbstblatt auf die Wasseroberfläche; ein zuvor getesteter Stein liegt am Boden
Vorsichtig ins Wasser legen

Schritt 3 von 4

Vorsichtig ins Wasser legen

Legt das erste Fundstück behutsam auf die Wasseroberfläche und lasst es los. Nicht werfen und nicht unter Wasser drücken. Wartet, bis die Wellen kleiner werden.

Schaut von oben und durch die Seitenwand: Schwimmt es an der Oberfläche, steckt ein Teil im Wasser oder liegt es auf dem Boden? Prüft dann das nächste Stück. Wird es unübersichtlich, nehmt bereits getestete Dinge zwischendurch heraus.

Eine Kastanie kann schwerer wirken als ein Blatt. Ob eure Kastanie schwimmt, beantwortet aber euer Versuch. Vergleicht das Ergebnis mit eurer Vermutung.

Kinder dürfen vorsichtig einlegen und beschreiben. Du hältst die Schüssel bei Bedarf fest und hilfst beim Herausnehmen.

Ein Blatt und ein Zweig schwimmen oben, während ein Stein und eine Kastanie am Schüsselboden liegen
Später noch einmal nachschauen

Schritt 4 von 4

Später noch einmal nachschauen

Lasst zwei oder drei Fundstücke für einen Vergleich im Wasser liegen. Schaut gemeinsam sofort und nach etwa fünf bis zehn Minuten nach. Bleibt alles an derselben Stelle?

Wenn ihr noch neugierig seid, könnt ihr später erneut vergleichen. Es muss sich nichts verändern. Manche Naturmaterialien nehmen Wasser auf; ob und wie schnell ihr das bemerkt, ist unterschiedlich. Lasst die Wasserschüssel währenddessen nicht unbeaufsichtigt für kleine Kinder erreichbar stehen.

Holt zum Schluss die Fundstücke heraus, leert die Schüssel und legt nasse Materialien zum Trocknen auf das Handtuch.

Eine schöne Abschlussfrage: „Was hat dich heute am meisten überrascht?“

Für kleine Forscher verständlich

Warum schwimmt der Zweig, während der Stein sinkt?

Wasser übt auf einen Gegenstand eine Kraft nach oben aus. Diese Kraft heißt Auftrieb. Ob sie ausreicht, hängt unter anderem davon ab, wie viel der Gegenstand wiegt und wie viel Wasser er verdrängt.

Hilfreich ist der Vergleich mit einer gleich großen Portion Wasser: Ist ein Gegenstand im Durchschnitt weniger dicht als Wasser, kann er schwimmen. Ist er dichter, sinkt er. Deshalb sagt die Größe allein noch nicht, was passiert. Ein größerer trockener Zweig kann schwimmen, während ein kleiner Stein untergeht.

Hohlräume mit Luft können die durchschnittliche Dichte verringern. Die Form spielt etwa dann eine Rolle, wenn sie Luft einschließt. Saugt sich ein Naturmaterial mit Wasser voll, kann sich sein Verhalten verändern.

So kannst du es deinem Kind sagen

„Das Wasser drückt unsere Fundstücke nach oben. Bei manchen reicht das, damit sie oben bleiben. Andere gehen unter. Darum probieren wir jedes Stück einzeln aus.“

Zum fachlichen Hintergrund: Stiftung Kinder forschen: Schwimmt es oder schwimmt es nicht?

Wenn ihr noch weiterforschen möchtet

Kleine Fragen, spannende Beobachtungen

Unsere Kastanie verhält sich anders als erwartet. Ist das falsch?

Nein. Naturmaterialien sind nicht alle gleich: Feuchtigkeit, Hohlräume und Zustand können sich unterscheiden. Haltet einfach fest, was ihr tatsächlich seht. Der Versuch ist keine Prüfung mit einer einzigen vorgegebenen Lösung.

Was können wir miteinander vergleichen?

Probiert zum Beispiel zwei unterschiedlich große Zweige aus oder ein frisches und ein trockenes Blatt. Legt sie nacheinander ins Wasser. So könnt ihr besser verfolgen, was jedes einzelne Stück macht. Ein Größenunterschied allein erklärt das Ergebnis noch nicht.

Nach zehn Minuten hat sich nichts verändert. Müssen wir länger warten?

Ihr könnt, müsst aber nicht. Nicht jedes Fundstück nimmt schnell genug Wasser auf, damit ihr eine Veränderung seht. „Es schwimmt immer noch“ ist genauso eine Beobachtung wie „Jetzt liegt es tiefer“. Wenn die Aufmerksamkeit nachlässt, beendet ihr den Versuch einfach.

Geht das ohne durchsichtige Schüssel?

Ja. Von oben erkennt ihr vieles trotzdem. Praktisch ist ein heller Schüsselboden, auf dem dunkle Fundstücke gut zu sehen sind. Eine durchsichtige Seitenwand erleichtert zusätzlich den Blick auf die verschiedenen Höhen im Wasser.

Was können jüngere und ältere Kinder übernehmen?

Jüngere Kinder wählen aus, zeigen und beschreiben gemeinsam mit dir. Ältere Kinder können vorher Vermutungen notieren und später mit dem Ergebnis vergleichen. Du übernimmst, was gerade noch schwerfällt. Es muss kein Arbeitsblatt ausgefüllt werden, damit der Nachmittag spannend ist.

Noch mehr Forscherideen

Zwei Experimentierbücher zum Weiterstöbern

Wenn aus „Nur noch eine Kastanie!“ gleich die nächste Forscherfrage wird, findet ihr in diesen beiden Büchern weitere Anregungen. Für unseren Wasserversuch braucht ihr kein Buch.

Ravensburger · laut Verlag für 5–8 Jahre

Experimente für Kinder

Eine passende Auswahl für Kinder im Vorschul- und frühen Grundschulalter, die Alltagsfragen ausprobieren möchten. Das Buch behandelt unter anderem Wasser und Eis, Luft, Pflanzen sowie Licht und Farben.

Lest die gewählte Anleitung gemeinsam und legt die Materialien vorher bereit. Welche Begleitung nötig ist, richtet sich nach dem einzelnen Versuch. Es ist ein Ideenbuch; die Materialien sind nicht enthalten.

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Robert Winston · DK Verlag · laut Verlag ab 7 Jahren

Das Superlabor

Für Grundschulkinder, die nach dem ersten Staunen genauer wissen möchten, wie etwas funktioniert. Das Buch stellt 30 Projekte aus Naturwissenschaft und Technik mit bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen vor.

Sucht euch zunächst ein Projekt aus und prüft die Materialliste. Nicht jeder Versuch ist so schnell vorbereitet wie unsere Wasserschüssel. Bei Wärme, Werkzeugen oder anderen anspruchsvolleren Schritten bleibt erwachsene Hilfe wichtig.

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Altersangaben und Buchinhalte nach Ravensburger und DK Verlag. Weitere Bücher findet ihr unter Bücher & Lesespaß.

Ein bisschen Wasser, viele gute Fragen

Vielleicht schwimmt heute genau das Fundstück, bei dem ihr euch ganz sicher wart, dass es untergeht. Vielleicht bleibt alles wie vermutet. Beides ist ein guter Anlass, gemeinsam hinzuschauen. Ihr braucht dafür keinen perfekten Forschertisch und keine große Vorbereitung.

Merkt euch die Idee für euren nächsten Herbstspaziergang. Die passenden Schätze liegen oft schon am Wegesrand.

Mit Wärme,
deine Lena

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