Experimente mit Kindern · Herbst
Blätter-Experiment mit Wasser und Küchenpapier
Was passiert, wenn zerriebene grüne und rote Blätter auf Wasser und Küchenpapier treffen? Hier findet ihr die bebilderte Anleitung für einen einfachen Herbstversuch: Ihr beobachtet, wie Feuchtigkeit im Papier aufsteigt und ob sich dabei eine leichte Färbung zeigt.

Was ihr braucht – und unsere Tipps
- Einige frische grüne und rote Blätter
- 2 standsichere, durchsichtige Gefäße
- Wenig Wasser und 2 Teelöffel
- 2 kleine Schalen und ein Löffel zum Zerreiben
- Schere, Bleistift und ein Blatt für Notizen
Frische Blätter statt raschelndem Laub
Nehmt wenige frische, noch biegsame Blätter von sicher bekannten, ungiftigen Pflanzen. Eine erwachsene Person wählt sie aus. Sehr trockenes, brüchiges Laub lässt sich zwar zerkrümeln, ergibt aber nicht unbedingt einen gut feuchten Brei. Verwendet weder schimmelige noch offensichtlich verschmutzte Blätter.
Gleiche Gefäße und gleiches Papier
Zwei ähnlich große, niedrige Gefäße erleichtern den Vergleich. Bei jüngeren Kindern sind durchsichtige, bruchsichere Becher praktisch. Schneidet aus Weißes Küchenpapier* zwei gleich breite Streifen. Bedrucktes Papier ist ungeeignet, weil seine eigene Farbe die Beobachtung verfälschen könnte.
Zerreiben und den Tisch schützen
Mit einem Löffelrücken könnt ihr die Blätter in einer kleinen Schale kräftig zerdrücken. Ein Mörser mit Stößel* ist eine optionale Hilfe. Eine Abwaschbare Unterlage* schützt den Tisch, denn Pflanzensäfte können Flecken hinterlassen. Zum Zerkleinern keine dünnwandigen Trinkgläser benutzen.
Mit wenig Vorbereitung loslegen
Die Anleitung in vier Schritten

1. Grüne und rote Blätter getrennt zerreiben
Legt die Blätter nach Farben sortiert bereit. Entfernt grobe Stiele, zerreißt die Blätter in kleine Stücke und zerdrückt sie getrennt in zwei Schalen. Ein paar Tropfen Wasser helfen dabei. Je feiner ihr arbeitet, desto besser kommt das Wasser später an das zerkleinerte Blattmaterial.
Frage an dein Kind: „Was glaubst du: Wird das Papier genauso bunt wie das Blatt?“

2. Mit wenig Wasser einen feuchten Blattbrei herstellen
Füllt ungefähr gleich viel Blattmaterial in die beiden Gefäße. Gebt teelöffelweise Wasser dazu und rührt um. Der Brei soll gut nass sein; am Boden darf etwas Flüssigkeit stehen. Füllt die Gläser nicht mit Wasser auf, sonst wird eine mögliche Färbung stark verdünnt.
Für einen fairen Vergleich: Verwendet möglichst ähnliche Blattmengen und in beiden Gläsern gleich viel Wasser. Unterschiedliche Pflanzenarten bleiben trotzdem ein Einflussfaktor.

3. Die Küchenpapierstreifen hineinstellen
Schneidet zwei etwa 3 cm breite Streifen, die etwas höher sind als eure Gefäße. Stellt in jedes Glas einen Streifen. Das untere Ende muss die Flüssigkeit im Blattbrei berühren, der obere Teil bleibt über dem Rand. Lasst das Papier am Glasrand anlehnen und achtet darauf, dass es nicht vollständig hineinfällt.
Notiert die Startzeit. Wenn ihr mögt, fotografiert beide Gläser von der Seite, damit ihr später besser vergleichen könnt.

4. Feuchtigkeit und Färbung beobachten
Schaut nach etwa 5, 15 und 30 Minuten nach. Die Zeiten sind Beobachtungspunkte, kein Versprechen für ein bestimmtes Ergebnis. Wirkt das Papier unten dunkler oder durchscheinender? Wie hoch reicht die feuchte Stelle? Bleibt die Farbe am unteren Rand oder ist darüber ein zarter Farbton zu erkennen?
Zeichnet beide Streifen auf ein Blatt und markiert, was ihr tatsächlich seht. Schreibt auch auf, wenn sich kaum etwas verändert. Ihr müsst kein bestimmtes Ergebnis erreichen.
Warum steigt das Wasser im Papier nach oben?
Küchenpapier besteht aus vielen feinen Fasern. Zwischen ihnen liegen kleine Zwischenräume, in die Wasser hineingezogen wird. Wasser haftet an den Fasern, und seine Teilchen halten auch untereinander zusammen. So kann sich Feuchtigkeit im Papier nach oben ausbreiten. Das nennt man Kapillarwirkung.
Warum wird der grüne Streifen nicht unbedingt grün?
Der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll ist nicht wasserlöslich. Beim Zerreiben können grüne Blattteilchen am unteren Papierende hängen bleiben. Das bedeutet aber nicht, dass der Farbstoff gelöst weit nach oben wandert.
Was ist bei roten Blättern anders?
Viele rote Blätter enthalten Anthocyane. Diese Farbstoffe sind wasserlöslich. Ob ihr eine Färbung erkennt, hängt unter anderem von der Pflanzenart, der Blattmenge und dem Zerkleinern ab. Auch bei roten Blättern ist ein kräftig gefärbter Papierstreifen nicht garantiert.
Dieser einfache Wasser-Versuch ist deshalb vor allem eine Beobachtung von Feuchtigkeit und möglicher Färbung. Er ist keine verlässliche Methode, um sämtliche Blattfarbstoffe in einzelne Farbstreifen aufzutrennen.
Wenn wenig zu sehen ist
Das Papier bleibt trocken
Prüft, ob sein unteres Ende wirklich Flüssigkeit berührt. Gebt bei einem fast trockenen Brei einen kleinen Löffel Wasser dazu und setzt den Streifen neu ein. Hängt das Papier nur zwischen trockenen Blattstücken, fehlt der Kontakt.
Das Papier wird nass, aber kaum bunt
Dann habt ihr bereits die Kapillarwirkung beobachtet. Fehlende Farbe ist kein Fehler. Vergleicht feuchte und trockene Stellen vor einem hellen Hintergrund. Gebt keine Lebensmittelfarbe dazu, wenn ihr weiterhin untersuchen möchtet, was aus den Blättern selbst kommt.
Beide Gläser sehen sehr unterschiedlich aus
Notiert die Unterschiede. Waren die Blattmengen gleich? Habt ihr gleich viel Wasser verwendet? Stammt das Laub von verschiedenen Pflanzen? Verändert beim nächsten Durchgang möglichst nur eine Sache.
Noch eine kleine Forscheridee
Stellt ein drittes Gefäß mit nur Wasser und einem gleichen Papierstreifen daneben. Auch dort steigt Feuchtigkeit auf. So könnt ihr sehen, welcher Teil eurer Beobachtung schon ohne Blätter passiert.
Jüngere Kinder beschreiben einfach „nass“, „trocken“, „hell“ und „dunkel“. Ältere Kinder können die feuchte Höhe messen und ihre Beobachtungszeiten notieren. Danach den Blattbrei entsorgen und die Gefäße gründlich reinigen.
Blick in unsere Forscherkiste
Das meiste habt ihr wahrscheinlich bereits zu Hause. Falls etwas fehlt, findet ihr hier die passenden Suchlinks.
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