Experimente · Halloween mit Kindern
Der Geist, der sich von allein aufbläst: Experiment mit Natron und Essig
Ein weißer Ballon hängt schlaff an einer Flasche. Dann rieselt Natron in den Essig, es sprudelt – und plötzlich bekommt der kleine Geist einen dicken Bauch. Mit wenigen Dingen aus der Küche könnt ihr beobachten, wie ein Gas entsteht und Platz braucht.

Ein kleiner Versuch, gut vorbereitet
Das habt ihr vielleicht schon zu Hause
- Eine leere, saubere Kunststoffflasche mit etwa 240 ml Fassungsvermögen und schmaler Öffnung
- 30 ml gewöhnlichen Haushaltsessig mit etwa 5 % Säure – mit einem Messbecher oder zweimal einem 15-ml-Messlöffel abmessen; keine Essigessenz
- Einen gestrichenen Teelöffel Natron, kein Backpulver
- Einen weißen, leicht dehnbaren Luftballon, dessen Öffnung auf die Flasche passt
- Einen kleinen, trockenen Trichter, einen 5-ml-Messlöffel und einen Messbecher mit passender Skala
- Einen für die Ballonoberfläche geeigneten schwarzen Stift
- Ein Tablett, ein Tuch und gut sitzende Schutzbrillen für alle Beteiligten, auch für zuschauende Kinder
Für den ersten Versuch reichen diese kleinen Mengen. Wie groß der Geist wird, hängt unter anderem vom Ballon ab. Er muss nicht prall gefüllt sein, damit ihr die Reaktion gut erkennen könnt.
Schritt für Schritt
So wird aus eurem Ballon ein kleiner Geist
Es braucht keinen Zauberspruch. Entscheidend ist, dass Natron und Essig erst zusammenkommen, wenn der Ballon richtig auf der Flasche sitzt.

Schritt 1 von 4
Gesicht aufmalen und Zutaten einfüllen
Ein Erwachsener zieht den noch leeren Ballon vorsichtig etwas auseinander und malt zwei Augen und einen runden Mund darauf. Er lässt die Farbe trocknen und dehnt den Ballon ein paarmal behutsam mit den Händen, ohne ihn mit dem Mund aufzublasen.
Alle Beteiligten setzen zuerst ihre Schutzbrillen auf. Ein Erwachsener misst 30 ml Essig ab und füllt ihn in die Flasche. Sie bleibt dabei größtenteils leer. Zum Abmessen verwendet er einen Messbecher oder zweimal einen 15-ml-Messlöffel, keine gewöhnlichen Bestecklöffel. Mit dem trockenen Trichter füllt er einen gestrichenen 5-ml-Messlöffel Natron in den Ballon und klopft das Pulver vorsichtig in den runden Ballonkörper. Die beiden Zutaten bleiben noch getrennt.
Frage dein Kind: „Was könnte passieren, wenn das Pulver in die Flüssigkeit fällt?“

Schritt 2 von 4
Den Ballon auf die Flasche ziehen
Ein Erwachsener zieht die Ballonöffnung vollständig über den Flaschenhals. Der Rand soll rundherum fest anliegen. Der Ballonkörper hängt dabei seitlich nach unten, damit das Natron noch nicht in den Essig fällt.
Der Erwachsene stellt die Flasche sicher auf das Tablett und hält sie bei Bedarf unten fest, nicht am Ballon. Jetzt könnt ihr noch einmal schauen: In der Flasche ist bisher nichts zu sehen.

Schritt 3 von 4
Aufrichten und das Sprudeln beobachten
Ein Erwachsener hebt den Ballonkörper an, sodass das Natron in die Flasche rieselt. Ein leichtes Klopfen am Ballon hilft, falls etwas Pulver hängen bleibt. Die Flasche bleibt auf dem Tablett stehen.
Schon bald entstehen Bläschen und Schaum. Der Ballon beginnt sich zu füllen. Nicht kräftig schütteln und keine weiteren Zutaten nachfüllen. Lasst den Geist in Ruhe wachsen und beobachtet, wann das Sprudeln nachlässt.

Schritt 4 von 4
Hinschauen, vergleichen und aufräumen
Ist der Ballon nur etwas runder geworden oder steht er schon aufrecht? Beides kann vorkommen. Er schwebt nicht davon: Er bleibt an der Flasche befestigt.
Wartet, bis nichts mehr sprudelt und sich der Schaum gesetzt hat. Die Schutzbrille bleibt auf. Ein Erwachsener hält die Flasche aufrecht auf dem Tablett, löst den Ballonrand langsam und lässt das Gas vom Gesicht und anderen Personen weg entweichen. Nicht am Ballonkörper reißen, nicht aufstechen und die Flasche nicht zusammendrücken. Den Ballon anschließend entsorgen, die Flüssigkeit mit reichlich Wasser in den Ausguss geben und alles abspülen. Den benutzten Ballon nicht zum Spielen weitergeben.
Einfach erklärt
Warum bläst sich der Geist auf?
Im Essig steckt Essigsäure. Sie reagiert mit dem Natron. Dabei entsteht unter anderem Kohlendioxid, kurz CO₂. Dieses Gas könnt ihr als viele kleine Bläschen in der Flüssigkeit sehen.
Das Gas braucht Platz. Es gelangt aus der Flasche in den Ballon und dehnt ihn. Deshalb wächst der Geisterbauch, obwohl niemand hineinpustet. Das Pulver ist also nicht einfach „Luft geworden“: Es hat mit dem Essig reagiert.
Für Kinder einfach gesagt: „In der Flasche entsteht ein Gas. Es braucht mehr Platz und drückt den weichen Ballon auseinander.“
Wenn eine der benötigten Zutaten weitgehend verbraucht ist, wird das Sprudeln schwächer. Der Ballon wächst dann nicht weiter. CO₂ ist kein Helium – euer Geist wird deshalb kein schwebender Luftballon.
Wenn der Geist noch müde bleibt
Der Ballon wird kaum größer
Prüft zuerst, ob er am Flaschenhals dicht sitzt. Ein steifer oder sehr großer Ballon braucht mehr Druck, bevor man etwas sieht. Versucht beim nächsten Durchgang einen leichter dehnbaren Ballon mit den gleichen kleinen Mengen. Füllt nicht einfach immer mehr nach.
Das Pulver bleibt im Ballon hängen
Ein feuchter Trichter lässt Natron klumpen. Verwendet ihn trocken und klopft den aufgerichteten Ballon vorsichtig ab.
Es schäumt, aber der Ballon bleibt schlaff
Entweicht Gas am Rand, fehlt es im Ballon. Wartet bis zum Ende der Reaktion und kontrolliert den Sitz erst danach. Backpulver ist für diese Anleitung kein gleichwertiger Ersatz für reines Natron.
Was könnt ihr gemeinsam beobachten?
- Was verändert sich zuerst: die Flüssigkeit oder der Ballon?
- Könnt ihr das Sprudeln hören?
- Wächst der Ballon am Anfang schneller als am Ende?
- Was passiert noch, wenn kaum Bläschen zu sehen sind?
Für einen Vergleich kann ein Erwachsener den Versuch später mit einem zweiten, anders dehnbaren Ballon wiederholen. Er verwendet dafür eine ausgespülte Flasche und frisch abgemessene Zutaten, nicht die alte Mischung. Alle Beteiligten tragen wieder Schutzbrillen. Flaschengröße und Zutatenmengen bleiben gleich. So verändert ihr nur eine Sache.
Noch Fragen zum Geisterballon?
Geht das auch ohne Geistergesicht?
Ja. Das Gesicht ist nur die Halloween-Dekoration. Das Experiment funktioniert genauso mit einem unbemalten Ballon.
Kann ich Essigessenz verwenden?
Für diese Anleitung nicht. Nehmt normalen Haushaltsessig mit etwa fünf Prozent Säure und bleibt bei den angegebenen Mengen.
Muss die Flasche aus Glas sein?
Nein. Eine leichte, saubere Kunststoffflasche ist bruchsicherer. Wichtig sind ein schmaler Hals und ein passender Ballon.
Ist das ein Experiment für Kinder unter acht Jahren?
Kinder können aus sicherem Abstand beobachten und Fragen stellen. Die gesamte Durchführung übernimmt ausschließlich ein Erwachsener. Alle Beteiligten, auch zuschauende Kinder, tragen eine gut sitzende Schutzbrille. Ohne passende Schutzbrille wird nicht mitgemacht oder zugeschaut. Ballons und Reste bleiben für Kinder unerreichbar.
Fachliche Hinweise zur Anleitung
Die Ausgangsmengen (30 ml Essig und ein Teelöffel Natron) und das Befüllen des Ballons orientieren sich am Versuch der American Chemical Society. Hinweise zu Ballons: CPSC: Sicherheit bei Spielzeug und Ballons. Wie in der ACS-Anleitung verwenden wir eine Kunststoffflasche mit etwa 240 ml Fassungsvermögen. Die Bilder veranschaulichen den Aufbau und ersetzen nicht das Abmessen; die tatsächliche Größe des Ballons kann abweichen.

