Entdeckerkiste Kids

Basteln mit Kindern

Herbstblätter-Frottage mit Kindern: bunte Blätterbilder selber machen

Ein Blatt unter das Papier legen, mit Wachsmalkreide darüberreiben und staunen: Nach und nach werden die feinen Blattadern sichtbar. Hier findest du die bebilderte Anleitung für eine gemütliche Herbstidee, für die ihr nur wenig Material braucht.

Bunte Blattfrottagen auf weißem Papier neben Herbstblättern und Wachsmalkreiden am Fenster
Idee und Bild: Entdeckerkiste Kids

Das habt ihr vielleicht schon zu Hause

Das braucht ihr für eure Blätterbilder

Ab etwa 3mit Begleitung
5 MinutenVorbereitung ohne Sammeln
10–20 Minutenfür eure Bilder
Ohne Kleberund ohne Trocknungszeit
  • Ein paar saubere LaubblätterFlache, noch biegsame Blätter mit deutlich fühlbaren Adern sind ideal. Probiert zum Beispiel Ahorn, Eiche oder Linde.
  • Normales weißes PapierUnbeschichtetes Druckerpapier mit etwa 80 g/m² ist ein guter Anfang. Dicker Bastelkarton eignet sich für das Durchreiben weniger gut.
  • Wachsmalkreiden oder WachsmalblöckeRot, Orange und Gelb passen zum Herbst. Andere Farben sind genauso willkommen. Auch ein weicher Buntstift kann funktionieren, wenn ihr ihn flach haltet. Falls euch noch Kreiden fehlen: Faber-Castell Wachsmalkreiden ansehen*.
  • Eine glatte, feste UnterlageNehmt einen abwischbaren Tisch oder eine glatte Bastelunterlage. Auf stark gemasertem Holz kann sich die Tischstruktur mit abzeichnen.
  • Bei Bedarf etwas MalerkreppDamit lässt sich das Papier am Rand auf der Unterlage befestigen. Teste vorher an einer unauffälligen Stelle, ob es sich gut wieder löst.

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Für den ersten Versuch reicht ein einziges Blatt. Ihr müsst dafür weder besondere Farben kaufen noch eine Vorlage ausdrucken: Die Natur bringt das Muster schon mit.

Schritt für Schritt

So gelingt eure Herbstblätter-Frottage

Schritt 1

Das Blatt vorbereiten und umdrehen

Sammelt saubere, abgefallene Blätter, die noch nicht bröseln. Tupft feuchte Blätter trocken. Ist ein Blatt stark gewellt, legt es zunächst eine Weile zwischen Papier unter ein Buch.

Lege ein Blatt mit der Unterseite nach oben auf die glatte Unterlage. Dort stehen die Blattadern meist deutlicher hervor. Dein Kind kann vorsichtig darüberfühlen: Genau diese kleinen Erhebungen machen gleich das Muster.

Ein Ahornblatt wird mit den fühlbaren Blattadern nach oben auf den Tisch gelegt
Die strukturierte Blattunterseite zeigt nach oben.

Schritt 2

Papier darüberlegen und festhalten

Legt ein Blatt Papier über das Laubblatt. Das echte Blatt liegt vollständig unter dem Papier. Streicht das Papier sanft glatt und haltet es am Rand fest, ohne das Blatt zu verschieben.

Bei jüngeren Kindern kannst du das Festhalten übernehmen. Rutscht das Papier ständig weg, helfen zwei kleine Stücke Malerkrepp an den Papierrändern.

Eine angehobene Papierecke zeigt das Laubblatt unter dem weißen Papier
Zum Zeigen ist die Ecke angehoben; zum Reiben liegt das Papier flach.

Schritt 3

Mit der breiten Kreideseite darüberreiben

Entfernt bei einer Wachsmalkreide gegebenenfalls etwas Papier von der Hülle. Legt die Kreide möglichst flach an und reibt mit ihrer langen Seite in ruhigen Strichen über die Stelle, unter der das Blatt liegt. Bei einem Wachsmalblock nehmt ihr eine breite Kante.

Beginnt mit wenig Druck. Die Blattadern erscheinen nach und nach. Ist das Muster noch zu blass, geht vorsichtig ein zweites Mal darüber. Mit der Stiftspitze einzelne Adern nachzumalen ist nicht nötig.

Hebt das Papier zum Anschauen erst an, wenn ihr mit diesem Blatt fertig seid. Danach könnt ihr das Blatt an eine andere Stelle legen, die Farbe wechseln oder ein zweites Blatt ausprobieren.

Eine flach gehaltene orange Wachsmalkreide wird über weißes Papier gerieben, unter dem ein Blatt liegt
Flach halten, sanft reiben und das Muster sichtbar werden lassen.

Warum kommen die Blattadern zum Vorschein?

Die Adern bilden kleine Erhebungen unter dem Papier. Beim Darüberreiben nimmt das Papier an diesen Stellen besonders gut Farbe an. So entsteht ein Bild der Oberfläche. Diese Technik heißt Frottage, also Abreibung.

Die Farbe stammt dabei von eurer Kreide, nicht vom Blatt. Deshalb könnt ihr sogar ein grünes Blatt in Rot, Orange oder Lila aufs Papier bringen.

Wenn es noch nicht klappt

Vier kleine Gelingtipps

Es entsteht nur eine Farbfläche

Weniger drücken und die Kreide flacher halten. Prüft, ob die Blattunterseite nach oben zeigt. Ein neues Papier macht den nächsten Versuch leichter.

Das Blatt ist kaum zu erkennen

Probiert dünneres Papier oder ein Blatt mit kräftigeren Adern. Sehr dickes Papier schluckt die feinen Strukturen.

Alles verrutscht

Eine Hand hält das Papier fest, die andere reibt. Bei kleinen Kindern teilt ihr euch diese beiden Aufgaben einfach.

Das Blatt zerbricht

Sehr trockenes Laub bröselt schnell. Nehmt ein noch biegsames Blatt und trocknet nur die Feuchtigkeit auf seiner Oberfläche ab.

Aus einem Blatt wird mehr

Drei Ideen für eure fertigen Bilder

Eine bunte Blättersammlung

Reibt verschiedene Formen nebeneinander durch. Welches Blatt hat runde Ränder, welches spitze Zacken? Ältere Kinder können die Baumarten dazuschreiben, wenn ihr sie sicher kennt.

Herbstpost verschicken

Schneidet eine fertige Frottage aus und klebt sie auf eine gefaltete Karte. Eine kleine Nachricht dazu, schon freut sich jemand über eure Herbstpost.

Selbst gemachtes Geschenkpapier

Füllt ein größeres Stück dünnes Papier mit Blattmustern. Damit könnt ihr ein kleines Geschenk einpacken. Die Abreibungen müssen dafür überhaupt nicht gleichmäßig sein.

Für kleine Hände: Ein großes Blatt und eine Farbe reichen völlig. Wenn dein Kind länger Lust hat, kommen weitere Formen hinzu. Ihr müsst kein ganzes Papier füllen.

Gut zu wissen beim Sammeln

Wählt gemeinsam bekannte, unbedenkliche Blätter. Verschmutzte, schimmelige oder reizende Pflanzenteile bleiben draußen. Nach dem Sammeln und Gestalten wascht ihr die Hände. Kleine Kinder begleiten wir beim Umgang mit Naturmaterialien und Stiften.

Die Altersangabe ist eine Orientierung: Manche Kinder brauchen noch Hilfe beim Festhalten, andere probieren schon eigene Muster aus. Beides passt.

Müssen wir die Blätter vorher tagelang pressen?

Nein. Flache, saubere und noch biegsame Blätter könnt ihr direkt verwenden, sobald ihre Oberfläche trocken ist. Nur stark gewellte Blätter werden vorher etwas geglättet.

Geht es auch ohne Wachsmalkreide?

Ja, mit einem weichen Buntstift oder Bleistift. Haltet den Stift möglichst schräg und probiert auf einem kleinen Stück Papier aus, wie viel Druck nötig ist. Breite Wachsmalkreiden sind für kleine Hände oft einfacher.

Was ist der Unterschied zum Blätterdruck?

Bei der Frottage liegt das Blatt unter dem Papier und wird durchgerieben. Beim Blätterdruck tragt ihr Farbe direkt auf das Blatt auf und drückt es anschließend auf Papier. Für unsere Anleitung braucht ihr keine flüssige Farbe.

Zum Nachlesen zur Technik: Natur-Frottage bei der Kunsthalle Recklinghausen.

Ein kleiner Herbstmoment

Manchmal steckt das schönste Muster schon in einem Blatt

Vielleicht wird euer erstes Bild ganz zart. Vielleicht landet viel Orange auf dem Papier. Lasst euch Zeit und schaut gemeinsam, was unter euren Händen sichtbar wird. Es muss kein perfektes Herbstbild werden, damit ihr Freude daran habt.

Mit Wärme,
deine Lena

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